Der Abt und die Umwelt

Wir besuchten letzten Samstag den ehemaligen Abt eines grossen Klosters in der Innerschweiz. Unsere Frage galt dem Thema: Wie geht ein Kloster mit dem Umweltthema um und sind CO2 Emissionen ein Thema? Die Antwort war eher enttäuschend: “Umwelt ist ein ökonomisches Thema”. Das aus dem Munde einer religiösen Gemeinschaft, war doch eher ernüchternd.  

Der Nebel hing tief, als wir an der Kirchenpforte vom ehemaligen Abt empfangen wurden. Wir hatten die Gelegenheit einem wichtigen Vertreter eines grossen Klosters mit über 120 Angestellten und ca. 35 Mönche zu treffen, um mit ihm über das Thema Umweltmanagement für Kirchen zu sprechen. In Deutschland können sich Kirchengemeinden und Klöster nach einem Umweltmanagementsystem (der grüne Gockel) zertifizieren lassen. Wie steht der Abt dazu?

Warum Kirchen und Umwelt?
Die  Bewahrung der Schöpfung ist ein wichtiger Auftrag mit dem sich die Kirche zu befassen hat. Nicht nur von der Kanzel herab, sondern auch als Vorbild. Eine Chance auch, identitätsstiftend nach innen und nach aussen zu wirken. Betriebswirtschaftlich relevant und ökologisch bedeutsam auch deshalb, weil Kirchengemeinden haushälterisch mit ihren Ressourcen umgehen müssen. Denn in ihre Kernaufgabe sollen sie investieren, nicht in kWh und CO2. Viele Kirchgemeinden verfügen über Gebäude, Schulen, Hallenbäder, Anlagen; sie veranstalten Anlässe; kaufen Dienstleistungen und Produkte ein, sind wichtiger Arbeitgeber in der Region und verursachen dadurch positive und negative Auswirkungen auf die Umwelt.

Was meint der Abt dazu?
Wir erläutern ihm, welche Themen im Umweltmanagement betroffen sind und machen ihn darauf aufmerksam, wo er Ansatzpunkte hätte. Interessant für uns waren die vielen Ansatzpunkte und Einflussmöglichkeiten: Eine Schule mit über 200 Schülern. Eine Küche mit 200 Essen jeden Mittag. Eine Käserei, eine Schmiede, ein Gewächshaus, Hallenbad, Laden und die Forstwirtschaft. Der Abt erzählt uns gerne von ihren Bemühungen mit Sanierungen, dem historischen Erhalt und den hohen Verbräuchen (ca. 650’00 Liter Oel equivalent für Wärme und Warmwasser), die sie nun mit einer Holzschnitzelheizung umweltverträglich zu 2/3 abdecken. Den Strombedarf decken sie aus eigener Produktion. Überschüsse werden verkauft. Das Wissen über den eigenen CO2 Ausstoss ist nicht vorhanden. Angesprochen auf die anderen Themen des Umweltmanagements erläutert er uns an Beispielen, dass auch in einem Kloster verschiedene Interessen aufeinanderprallen.

Umweltmanagement als Chance für eine gemeinsame Kultur
Als Abt, so erzählt er uns, sei er der “Papa” des Klosters. Wenn ER nicht das Licht lösche, dann fällt es keinem auf. Wenn er in der Küche anregt, die Teller doch nicht so heiss vorzuwärmen, empfindet der Küchenchef das als Qualitätseinbusse. Es wird uns schnell klar, auch der Abt wird mit unterschiedlichen Werten und Selbstverständnissen konfrontiert. Er scheint uns etwas frustriert, vielleicht sogar enttäuscht. Auch in diesem Gespräch erleben wir, dass eine grosse Chance im Umweltmanagement darin liegt, alle Betroffenen zu Beteiligten zu machen und auf einen Weg zu bringen. Nur wenn das Thema zur Chef, pardon, Abt-Sache wird, kann etwas bewegt werden. Es gilt dabei die bestehende Kultur mit dem Thema Umwelt zu ergänzen. Insbesondere mit dem Verständnis, dass jeder einzelne seinen Beitrag dazu leisten kann und muss.  Die technischen Lösungen alleine, reichen einfach nicht aus.

Und jetzt?
Wir sind irgendwie etwas desillusioniert, dachten wir doch, dass zumindest im kirchlichen Umfeld das Bewusstsein über Umweltthemen und die eigene Verantwortung in den Grundwerten verankert ist. Wir bleiben auf jeden Fall am Thema dran….

 

 

 

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CO2: (K)Ein Thema für die Schweiz

Es gibt viele verschiedene Zahlen, die Aussagen zu den CO2-Emissionen der Schweiz machen. Mal sind wir gut, mal schlecht. Je nachdem welche Zahl man verwendet, können die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen ganz unterschiedlich sein. Ein Blick in die Methodik und Bilanzgrenze zeigt wie notwendig es ist, zu verstehen wovon gesprochen wird.

1. These: Die Schweiz ist im europäischen Vergleich ein Musterknabe – 6 Tonnen pro Kopf und Jahr (2006)
Das BAFU schreibt: “Heute liegen die CO2-Emissionen pro Kopf bei knapp unter 6 Tonnen pro Jahr. Dieser Wert ist, gemessen an anderen Industrieländern, eher niedrig, was vor allem auf der weitgehend CO2-freien Stromproduktion in der Schweiz und dem Fehlen von Schwerindustrie beruht”. Das BAFU rechnet nach dem CO2 Gesetz. In diesem dann werden nur die fossilen Brenn- und Treibstoffe gerechnet, also insbesondere Emissionen durch Verkehr und Gebäude (Heizungen). Das ist nur ein Teil der Geschichte.

2. These: Die Schweiz liegt im Durchschnitt – Das Treibhausgasinventar der UNO
Die Schweiz emittiert mehr CO2 pro Kopf, werden auch die 6 zusätzlichen Treibhausgase als CO2 eq., die Prozessemissionen der Industrie und somit die Emissionen aus der Landwirtschaft (Dünger) dazugerechnet.

3. These: Unser Strom ist sauber – darum haben wir eine so geringe CO2 Bilanz
Stimmt, unser in der Schweiz produzierter Strom ist dank Wasserkraft sauber. Nur wird vergessen, dass wir unseren sauberen Strom gerne nach Europa verkaufen und dafür (oft) undeklarierten “CO2-intensiveren” Strom importieren. Dessen CO2 – Gehalt ist viel höher (AKW, Kohlekraft). Das BFE versucht nun diesen Anteil aus “nicht überprüfbaren Energieträgern”, den die Energieversorger einkaufen, zu senken. 2007 machte er gemäss Erhebung des BFE 19% aus.

4. These: Die Schweiz – In der Spitzengruppe der CO2 Emittenten
Wird nach der Methode des Global Footprint Networks, dann gehören die sog. „grauen Emissionen“ auch dazu. Darunter versteht man Emissionen, welche in Gütern (Autos, Baustoffen, Kleidern, Essen) drin sind. Es wird also nicht das Herstellungsland belastet, sondern das Land in welchem das Gut “konsumiert” wird.  Dann bewegt sich die Schweiz in der Spitzengruppe der Industriestaaten. Einzig die USA, Kanada, Australien sowie die reichen Kleinstaaten Luxemburg und Singapur tragen pro Kopf noch stärker zum Klimawandel bei.

Also aufgepasst, welche Zahlen einer Aussage zugrunde liegen. Denn wie so oft ist die Bilanzgrenze und die Methodik ausschlaggebend und kann für oder gegen eine Aussage zu Hilfe gezogen werden.

Diese Graphik soll die Zusammenhänge aufzeigen.

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Energiespartipps für Mieter? Funkstille beim Mieterverband

Wollen Eigentümer ihre Mieter zum Thema energieeffizientes Verhalten informieren, dann findet man auf der Webseite des Mieterverbands keine Informationen. Energie und Nebenkosten sparen ist für den Mieterverband scheinbar kein Thema. Schade. 

Als Eigentümerin, die ihr Gebäude energetisch sanieren muss, bin ich gerade daran die Kellerdecken zu dämmen. Dazu muss ich die Mieter über die anstehende Massnahme informieren. Eine gute Gelegenheit gleich auch was über die Wichtigkeit von energiesparen im Alltag zu sagen. Dazu will ich ein paar Tipps zusammenstellen, die nicht nach Vorschrift tönen, sondern sinnvolle Aktivitäten aufzeigen mit denen jeder Bürger Energie sparen kann.

Energiesparen beim Mieterverband kein Thema
Dann geb ich mal  Energiespartipps in die Suchmaschine ein. Da kommt die Seite hausinfo.ch. Eine Online Plattform, die neutral über alle Themen rund ums Haus informiert (so sagt sie selber). Sie richtet sich an private Hauseigentümer. Sehr umfangreich gemacht, aber ich finde nichts, was ich gleich so rüber kopieren kann in meinen Brief an die Mieter. Weitersuchen: Verschiedene Elektrizitätswerke bieten auch Tipps an. Aber ich will ja nicht gleich 28 Seiten! Für Eigentümer oder KMU find ich Unterlagen, aber für Mieter? Nichts. Ich will die Tipps so verfassen, dass es Mieter nicht als Bevormundung empfinden und so denke ich: Der Mieterverband muss doch sowas haben.  Los gehts! Aber ich finde nichts. Energie ist scheinbar auf der Stufe Mieterverband kein Thema. Zwar sind die Nebenkosten ein heisses Eisen, aber dass man sie beeinflussen kann durch sein Verhalten, scheint wenig interessant.

Informationsvermittlung zum Thema Energie kein Thema
Unter der Rubrik “Statistiken/Studien” – Umwelt und Energie - finden sich seit 2006 jedes Jahr eine Studie. Wow! Aber nichts was mich als Mieter interessieren könnte. Nichts über Fördermöglichkeiten beim Kauf einer energieeffizienten Kaffemaschine oder dem Thema Ökostrom. Das wären doch Themen, die Mieter interessieren. Stattdessen lange Studien, die eh keiner liest.

Es scheint, als sehe sich der Mieterverband hier nicht in der Pflicht, seine Mitglieder zu informieren, wo sie sparen können.  Als Bürgerin, die weiss, dass wir mit der Energie nicht mehr so lange verschwenderisch umgehen sollten, bin ich enttäuscht, dass der Mieterverband hier seine Verantwortung nicht wahrnimmt.

 

 

 

 

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BFE Studie zu den CO2 – Vermeidungskosten bei der Erneuerung von Wohnbauten

Die Frage welche energetischen Gebäudesanierungen wirtschaftlich sind und ob sich die versprochenen Energieeinsparungen wirklich manifestieren, wurde kürzlich durch eine neue Studie ergänzt. Gezeigt hat sich, dass Energieeinsparungen eher überschätzt werden und damit höhere CO2 Vermeidungskosten resultieren.

TEP Studie für die Stiftung Klimarappen
Tep Energy GmbH hat 2010 im Auftrag der Stiftung Klimarappen eine umfangreiche Analyse (400 Gebäude) von Daten zu Gebäudesanierungen durchgeführt, u.a. mit dem Ziel die Wirtschaftlichkeit und die CO2-Vermeidungskosten von energetischen Massnahmen zu errechnen. Die nicht ganz leicht lesbare und nicht immer transparent (insbes. Annahmen) dargestellten Resultate, liefern wichtige Erkenntnisse für die Ausgestaltung von Förderprogrammen. Die Massnahmen und die Kosten ergaben sich aus den Gesuchsunterlagen der Stiftung Klimarappen. Die Energie- und CO2– Einsparungen wurden jedoch aufgrund der ergriffenen Massnahmen berechnet und nicht mit realen Verbrauchsdaten vor und nach der Sanierung bestimmt. Was daher nach wie vor fehlt, ist eine Untersuchung von realisierten energetischen Gebäudeerneuerungen bei denen die CO2–Vermeidungskosten aufgrund der gemessenen Energieeinsparungen und der effektiv aufgetretenen Kosten ermittelt werden.

Effektive Energieeinsparungen geringer als erwartet
Diese Lücke füllt nun die BFE Studie 2011, welche die Energieeinsparungen bei realen Gebäuden gemessen hat. Zwar sind es “nur” 61 untersuchte Gebäude (EFH, MFH), so dass breitere Untersuchungen sicher wünschenswert sind. Die vorliegende Studie ist sauber aufbereitet, gut lesbar und zeigt transparent die eigenen Grenzen der Untersuchung und Methodik auf. Die Lektüre ist zu empfehlen. Als wichtigstes Resultat wird aufgezeigt, dass die TEP Studie die gerechneten Energieeinsparungen der Sanierungsmassnahmen von Fassade und Dach überschätzt. Auch eher überschätzt wurden die Investitionskosten für die Sanierung der Kellerdecke, so dass bei dieser Massnahme geringere CO2Vermeidungskosten entstehen und die Massnahme noch attraktiver für Hauseigentümer wird.

Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungsmassnahmen
Die Isolation der Kellerdecke ist eine wirtschaftliche Massnahme, die vergleichsweise hohe energetische Einsparungen erlaubt, bei relativ geringen Investitionskosten (Durchschnittl. CHF 78.-/m2Bauteil). Sanierungen am Dach zeigen in der BFE Studie geringere Energieeinsparungen und die Fassadenisolation verursacht höhere Investitionskosten. Bei beiden Massnahmen resultieren dadurch höhere CO2 Vermeidungskosten (Tabelle 3, S. 4). Beide Massnahmen sind in der Modellrechnung schon bei einem Energiepreis von CHF 105.-/100L wirtschaftlich (Annahme Heizöl extraleicht). Die mittleren CO2 Vermeidungskosten liegen bei CHF 190.-/tCO2.

Auswirkung auf energetische Sanierung von Gebäuden 
Über die Auswirkungen dieser Erkenntnisse auf Förderprogramme hält sich die Studie vornehm zurück. Es stellt sich die Frage, inwieweit sind gerechnete Energieeinsparungen generell in der Realität gar nicht zu realisieren. Erste Erkenntnisse aus gemessenen Minergie-Häusern weisen in eine ähnliche Richtung. Scheinbar haben wir uns mehr erhofft als die Realität zulässt, denn Parameter wie Nutzungsverhalten, Modellannahmen scheinen einen grösseren Einfluss auszuüben als wir uns zugestehen. Ist hier ein systematischer Fehler in den berechneten Werten zu vermuten?

Klar ist aber auch, dass energetische Sanierungen Energieeinsparungen ermöglichen und bei steigenden Energiepreisen werden die Massnahmen wirtschaftlich. Ich werde meine Kellerdecke isolieren und bin überzeugt, dass die Isolation der Fassade eine sinnvolle Investition in die Zukunft ist.

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Energetische Gebäudeerneuerungen – Wirtschaftlichkeit und CO2-Vermeidungskosten

Wer sich fragt, was energetische Massnahmen kosten, welche Synergie bestehen und ob sie wirtschaftlich sind, liest am besten die Studie Energetische Gebäudeerneuerungen – Wirtschaftlichkeit und CO2-Vermeidungskosten. Eine Auswertung des Gebäudeprogramms der Stiftung Klimarappen, 2010 (Kurzfassung).

Steigt die Investitionssumme, dann zahle ich für „kleine“ Massnahmen mehr
Kaufe ich mir für die Wohnung einen neuen Esstisch, dann erscheint mir die Vase für CHF 120.- im Vergleich zum Esstisch, der mich CHF 1’200.- kostet, geradezu günstig. Es ist alles eine Frage des Verhältnisses. Saniere ich mein Mehrfamilienhaus für CHF  600’000.-, dann ist die energetische Sanierung der Kellerdecke ein Klacks.  Doch genau hier besteht die Gefahr, dass ich mehr zahle als notwendig.
Die Studie „Energetische Gebäudeerneuerungen – Wirtschaftlichkeit und CO2-Vermeidungskosten. Eine Auswertung des Gebäudeprogramms der Stiftung Klimarappen, 2010“  ist mit 215 Seiten voller Details, Tabellen und Graphiken eine Lektüre, deren Auswertung Durchhaltevermögen verlangt und ein paar erstaunliche Resultate hervorbringt.

Dämmung der Kellerdecke als isolierte Massnahme am günstigsten
Ein Ziel der Studie besteht darin, Kostenkennwerte (CHF/m2) baulicher Energieeffizienzmassnahmen zu ermitteln und deren Einflussfaktoren zu bestimmen.  Aus den vielen verschiedenen energetischen Massnahmen (z.B. Fassaden, Fenster, Dach, Keller) habe ich mir die Resultate der Massnahme „Dämmung der Kellerdecke“ genauer angeschaut. Ein spannendes Resultat zeigt Hauseigentümern u.a. auf, dass es kostengünstiger wird, wenn energetische Sanierungsmassnahmen mit geringen Kosten unabhängig von einer umfassenden energetischen Sanierung durchgeführt werden. Es macht also durchaus Sinn, die Kellerdecke unabhängig von anderen Sanierungsmassnahmen durchzuführen; und dies nicht nur aus steuertechnischen Gründen. In der Tabelle 116, S. 138, wird es konkret: Dämme ich die Kellerdecke gleichzeitig mit der Gebäudehülle und Fenster zahle ich 31 % mehr für die Massnahme Kellerdecke, als wenn ich sie ohne begleitende Massnahmen dämme.  Als privater Eigentümer somit ein gutes Argument, diese Massnahme vorzuziehen.

Was treibt die Kosten einer Dämmung der Kellerdecke?
Die Studie gibt Auskunft: Bestelle ich wasserdichte Materialien, steigen meine Kosten um 40 %. Diese kommen jedoch nur in speziellen Fällen zur Anwendung (z.B. bei Feuchtigkeitsproblemen oder für Sockeldämmungen). Ein weiterer Kostentreiber sind die Anpassungen der Rohre, Leitungen etc., die eine Verteuerung um 45 % verursachen. Auch die homogene Ausführung der Dämmung lässt Kosten um 40 % steigen. Was das genau bedeutet, wird leider nicht erklärt. Nur so viel, je weniger Unterbrechung (z.B. Rohre, Leitungen, Apparate) die Dämmung aufweist, desto homogener ist sie. Elektroleitungen sollten auf die Dämmung aufgebracht werden, können aber auch zu Unterbrechungen führen, wenn sie in der Dämmung verbleiben.  Der Einfluss des Eigentümers auf diesen Kostenblock ist jedoch sehr gering.

Wo kann ich bei der Dämmung der Kellerdecke sparen?
Da gibt’s nur Schweiss und Muskelkater! Eigenleistungen (selber montieren) senken die Kosten um ca. 20%. Ob das der Aufwand wert ist, kann bezweifelt werden.  Sonstige Sparmassnahmen konnten gemäss Studie keine gefunden werden.

Standardausführung in der Kellerdämmung
Der häufigste Dämmstoff ist Mineralwolle, gefolgt von EPS. Die Dämmstoffe Holzfaser und Zellulose werden sehr selten verwendet. Die durchschnittliche Dämmstärke schwankt zwischen 12 und 15 cm, je nach Gebäudetyp (EFH, MFH, Schulen, Büro, Gewerbe).

Dies ist nur ein Themenaspekt der Studie. Aber da ich gerade die Sanierung der Kellerdecke in Angriff nehme, werde ich das Thema noch etwas weiterverfolgen

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Proof it: KMU und das CO2 Thema

Letzte Woche war ich an einer Veranstaltung der Öbu. Der Titel war vielversprechend: „CO2 – Reduktion und Neutralisation“– Klimaschutz als Wettbewerbsvorteil für KMU. Genau mein Thema! Doch leider war es enttäuschend.

In Baden angekommen, bin ich im neu renovierten Gebäude der Axpo angekommen und treffe dort auf einen sehr freundlichen Empfang.  Die Gruppe der Teilnehmer am Proofit Apéro ist klein, man kennt die meisten, KMU Vertreter sucht man wie die Nadel im Heuhaufen.

Axpo und ihr Angebot für KMU

Die Einführung ist überstanden, dann tritt der Vertreter der Axpo auf und bringt die üblichen Einleitungsfolien zur Positionierung. Im Zentrum steht jedoch die Dienstleistung der Axpo für KMU’s: a) Ökostrom und b) CO2 Neutral. Das Firmen Ökostrom bei Axpo kaufen, ist ja eine gute Sache insbesondere wenn Axpo das auch noch forciert. Dann ist Doris Leuthard sicher auch zufrieden. Danach wird erläutert, dass man Firmen auch hilft, einen CO2 Footprint zu erstellen und gleichzeitig Projekte begleitet, die nach inländischen Vorschriften als Klimaschutzprojekte einen CO2-Reduktionsnachweis erhalten. Mit zwei Beispielen wurde erläutert, was sie gemacht haben. Leider wurde die Chance vertan, den Anwesenden die elementaren Rahmenbedingungen solcher Projekte aufzuzeigen. Auch wurde mir nicht klar, wie sich die Axpo mit diesem Dienstleistungsangebot gegenüber den privatwirtschaftlichen Anbietern positionieren will.

EnAW – Seriöse Beratung die nichts kosten darf

Danach kam ein Vortrag der EnAW (Energieagentur der Wirtschaft). Auch hier ging es ums Thema: Wie können sich KMU an CO2-Reduktionsmassnahmen beteiligen. Die EnAW ist ein sehr wichtiger Akteur in der CO2 Thematik. Sie hat die Aufgabe, die Wirtschaft zu freiwilligem Handeln zu bewegen. Sie tut das, indem sich KMU bei ihr melden und danach mit Hilfe eines Experten, Massnahmen definieren, die sie auf den vereinbarten Reduktionspfad vorwärtsbringen. Erstaunlich mit welchen einfachen Empfehlungen, ohne grosse Investitionen, Kosteneinsparungen vorgenommen werden können. Schade nur, dass immer betont wird, das sich KMU’s diese Kosten von verschiedener Seite “fördern” lassen können (z.B. Klimastiftung). Es macht den Eindruck, als getraue man sich für die gute Dienstleistung kein Geld zu verlangen, obwohl man Kosten für den Kunden spart.

Klimastiftung Schweiz – Ein Geldtopf?

Die Vertreterin der Klimastiftung Schweiz, ein Zusammenschluss groser Dienstleistungsunternehmen, die das Geld aus der CO2 Abgabe, das an sie zurückerstattet wurde, für Projekte zur Verfügung stellen. Eine schöne Aufgabe Geld zu verteilen. Auch hier fand die Positionierung über “Wir verteilen Geld” statt, anstelle von “Wir finanzieren sinnvoll”. Firmen, die sich bei der EnAW beraten lassen, können ihre Rechnung (die je nach Energiekosten ab CHF 750.- beginnt) durch die Klimastiftung fördern lassen (bis zu 50%). Eine Umverteilung von den Grossen an die Kleinen, bzw. an Firmen, die Projekte durch die Stiftung finanzieren lassen. Dass es sich bei den geförderten Massnahmen oftmals um kleine Beträge handelt, bei der das KMU sich gut überlegt, soll ich den Aufwand einen Antrag zu stellen überhaupt betreiben,  oder zahl ich es nicht gleich lieber selber. Bemühend ist auch, dass immer mit Beispielen argumentiert wird, wo man nicht erkennen kann, warum eine Förderung notwendig war, was genau abgeklärt wurde und wo jetzt der echte “added value” der Klimastiftung stattfndet.

Proofit – Ein Webtool für wen?

Danach wurde das von Öbu lancierte webtool Proofit vorgestellt. Hier können Firmen ihre eigenen Daten eingeben und sehen wo sie in Sachen Nachhaltigkeit stehen. Ebenso sind Beispiele von anderen Firmen beschrieben. Gerne hätte ich mal die Zugriffsdaten gekannt, aber darüber wird nicht geredet. Guter Ansatz, nur glaube ich nicht, dass es bei den KMU’s ankommt. Eher bei den Beratern als Pool für gute Ideen. Aber eben, ich weiss es auch nicht. Es gibt keine kritische Erfolgsprüfung, die ich kenne.

Irgendwie ereichen die Anlässe nicht das, was ihre Intention ist: KMU’s zu bewegen, ihren Energieverbrauch zu senken. Ich bleibe dran.

 

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Mit Schätzen zum Emissionsbericht

Trotz internationalen Vorgaben für die Erstellung eines unternehmensbezogenen CO2 Fussabruck, halte ich einen Bericht einer grossen Versicherung in der Hand, die das Papier nicht wert ist (und die Beraterkosten auch nicht). Das solche schlechten Berichte auch noch zirkulieren, ist für das Image und die Glaubwürdigkeit der Versicherung alles andere als förderlich.

Firmen können eine unternehmensbezogene Treibhausgasbilanz (Emissionsbericht oder Carbon Footprint) erstellen lassen. Sie dient unter anderem als Basis für ihre Klimaschutzstrategie. Ein Kollege hat mir einen dieser Berichte einer grossen Versicherungsgesellschaft zukommen lassen.

Die Standards werden genutzt

Emissionsberichte basieren auf den Richtlinen des GreenhouseGas protocol (GHG) oder denjenigen von ISO 14064. Beide sind sehr ähnlich. In einem ersten Schritt geht es um die Frage, welche Systemgrenze (bezüglich operationeller und organisatorischer Grenze) gewählt wird. Oftmals wird mit einem Standort begonnen (organisatorisch) und Scope 1, 2 und  Teile von Scope 3 (operationell: Energie und Mobilität) gewählt. Das macht Sinn.

Berechnung oder “Be-Schätzung”

In diesem Fall rapportierte die Firma vorschriftsgemäss Emissionen im Scope 1: ihre Anlagen zur Energieerzeugung sowie unternehmenseigene Fahrzeuge.  Aus dem Bericht geht dann jedoch hervor, dass sie nicht einmal Daten liefern konnte, welchen Anteil der Anlagen mit Gas und welcher mit Öl betrieben wird. Auch konnte sie keine auf Fakten basierende Angaben zum Fuhrpark (Kraftstoffkosten, Verbrauch oder Kraftstofftyp) geben. Die genau Klärung der Emissionen im Scope 2 (eingekaufte Energie) hätte eine Rückfrage bei den Stadtwerken benötigt, um Klarheit über den spezifischen Emissionsfaktor der Fernwärme zu geben. Dieser variert je nach Stadtwerk in Abhängigkeit wieviel Öl sie für die Verbrennung der Abfälle einsetzen. Auch fehlt eine klare Angabe zum eingekauften Strommix.   Und weiter geht’s mit dem muntern Ratespiel und der Anwendung von Durchschnittswerten. Der Pendelverkehr (Aufteilung in ÖV, Auto, etc.) wurde ebenso geschätzt wie die Kilometerzahl pro Mitarbeiter. So geht es munter weiter. Wenig Transparenz und fehlende Quellenangaben reihen sich in diesem Bericht aneinander.

Potentiale für Effizienzsteigerung dank CO2 Management

Das Ziel eines Emissionsberichts ist es, Effizienzpotentiale zu erkennen, Mitarbeiter zu sensibilisieren und Kosten zu senken. Der mir vorliegende Bericht liefert keine Silbe zu diesem Thema. Dazu ist es jedoch auch nötig,  einen Blick aufs Gebäude und die Haustechnik zu werfen. Erst dann können Potentiale mit den errechneten Zahlen zu einem Massnahmenplan zusammengefügt werden und die Firma kann Reduktionsmassnahmen beschliessen. Es lässt sich also nur hoffen, dass dieser Bericht eine Ausnahme darstellt. Denn so ist dem Thema Carbon Footprint nicht gedient und es wird zum Greenwashing degradiert. Für die Firma ist diese Aktion eine vertane Chance!

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Die Grenze des CO2 Fussabdruck

Wenn Firmen ihren CO2 Fussabdruck beschreiben, dann höre ich oft: “Das Gebäude ist nur gemietet, da kann ich nichts beeinflussen.” So auch heute als ich mit einem Reiseveranstalter ein Gespräch führte. Firmen, können CO2 intensive Bereiche aus ihrer Bilanzgrenze auslagern. Wenn sie ihre Verantwortung ernst nehmen, wissen sie, dass gerade dort wo die Bilanzgrenze aufhört, die Selbstverantwortung anfängt.

Heute führte ich ein Gespräch mit einem Reiseveranstalter zum Thema CO2 Management.  Ein kurzer Blick auf seine Webseite hat mir im Vorfeld gezeigt, dass für Kunden Angebote zur CO2 Kompensation von Flügen oder zum nachhaltigen Reisen buchbar sind. Ein guter Ansatz, denn wer reist, verursacht CO2.  Und das ist nun mal das Geschäftsmodell von Reiseveranstaltern: CO2 relevante (Flug-, Bus-, Auto) Mobilität.  Somit muss der Kunde zahlen, wenn er sein CO2 kompensieren will. Ob die Flotte, die er mietet, auch auf möglichst geringe CO2 Belastung optimiert wurde, steht hier nicht zur Debatte.  Darauf wollte ich wissen, wie es um den CO2 Footprint des Unternehmens steht. Er erzählte mir von einigen Aktivitäten und dass sie ihre Geschäftsflüge kompensieren. Mit der Berechnung der CO2 Bilanz ihres Unternehmens haben sie aufgehört, als die Konjunktur nicht mehr so rosig war. Und seither auch nicht mehr gemacht.

CO2 und das gemietete Gebäude

Auf meine Frage, ob ihr Hauptsitz oder die Niederlassungen in Bezug auf ihren CO2 Ausstoss von seiner Abteilung betreut werden, kam die Antwort, dies sei ja nicht in seinem Einflussbereich, da sie “nur” zur Miete seien. Die Antwort hat mich nicht überrascht. Sie verdeutlicht, dass Firmen, die CO2 intensive Bereiche ausgliedern (Outsourcing) damit gleich auch ihre Verantwortung mitauslagern. Damit können sich Firmen auf den Standpunkt stellen, dass sie bei Mietliegenschaften keinen Einfluss auf die Wahl des Energieträgers für die Wärmeerzeugung oder den Gebäudetyp (z.B. energieeffizientes Gebäude) haben. Was sie nicht (operativ) beeinflussen können, fällt gemäss internationaler Standards aus der Bilanzgrenze und somit dem Scope. Firmen können sich dies zunutze machen, indem sie CO2 intensive Dienstleistungen einkaufen, statt sie selber zu erbringen. Umso bedenklicher ist die Aussage, wenn man bedenkt, dass der Mutterkonzern mit seinem vorbildlichen nachhaltigen Image im Markt aktiv ist. Wer hinter die Kulissen sehen will, der fragt am besten: “Wo haben sie die Grenze gezogen?”. Das Management tut deshalb gut daran,  ihre unternehmerische CO2 Bilanzgrenze zu kennen, zu hinterfragen und transparent zu machen.

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CO2 im Bauen

Der Hochbau ist in der Schweiz für mehr als die Hälfte des CO2-Ausstosses verantwortlich. Bauen heisst nicht nur Eingriff in die Umwelt sondern auch der Verbrauch von energieintensiven Rohstoffen wie z.B. Zement, Glas. CO2 optimiertes Bauen verlangt, dass ökologisch verträgliche und ressourceneffiziente Lösungen umgesetzt werden. Der Standort ist dabei einer der wichtigsten Faktoren. Ohne ÖV Anschluss oder Mobilitätskonzept induzieren Gebäude Verkehr und damit CO2. Ein zweiter Faktor ist die Materialwahl: Jedes Material bzw. Bauelement das verbaut wird, hat einen CO2 Rucksack. Dies kann im Bauteilekatalog nachgeschaut werden. Wurde die Erstellung mit CO2 optmiertem Ansatz erstellt, ist der Betrieb ebenfalls zu optimieren. Gebäude, die für die Nutzungsphase optimal geplant sind, verbrauchen wenig Energie und können CO2 reduziert betrieben werden. Warmwasser und Wärme (Heizen) können mit erneuerbaren Energien (z.B. Solarstromanlagen, thermische Anlagen) erbracht werden. Auch der Innenausbau bietet Ansätze: Energieeffiziente Geräte, Materialien (z.B. FSC, Top-Ten). Wird in der Erstellung auch die Lebenszyklusbetrachtung miteinbezogen, können beim Rückbau (Abriss) die verwendeten Ressourcen der Wiederverwendung zugeführt werden.

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Was ist CO2 Management?

CO2 ist ein Klimagas, welches bei der Verbrennung insbesondere von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Gas oder Kohle entsteht. Klimagas heisst, dass das CO2 unser Klima beeinflusst. CO2 ist einer der wichtigsten Bestandteile unserer Atmosphäre, es wirkt klimabestimmend. Das funktioniert folgendermassen: Die Sonnenstrahlen, welche auf die Erde fallen, werden von der CO2-Schicht, die unsere Erde umhüllt, (Atmosphäre) reflektiert. Sie Sonnenstrahlen fallen wieder auf die Erdoberfläche. Sie erwärmen unsere Erde. Steigt die CO2 Konzentration in der Atmosphäre, dann werden mehr Strahlen auf die Erde reflektiert und damit steigt die Erwärmung.  Dies ist der Grund für den Treibhauseffekt. Der CO2-Gehalt unserer Atmosphäre wirkt also direkt auf die klimatischen Verhältnisse.

Wenn wir Energie nutzen wird auch CO2 ausgestossen. Sei dies beim Heizen, in der Mobilität, in der Produktion. Aber auch Produkte beinhalten CO2.  Im CO2 Management geht es darum, mit einem geschärften Blick herauszufinden, wo viel CO2 emitiert wird, um es dann zu reduzieren.  In Unternehmen bzw. Organisationen oder Haushalten gilt es nach den Prinzipien vermeiden, verringern und substituieren vorzugehen. CO2Management will also aufzeigen wie und wo das CO2 in Organisationen bzw. Unternehmen gesteuert werden kann. Das Ziel dabei ist die Senkung des CO2Ausstosses..

 

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